Traktor bei der Arbeit

Grundsätze

Dinge die uns wichtig sind, bla bla

Nachhaltig oder regenerativ? 

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Im englischen als sustainable bekannt, bedeutet die direkte Übersetzung ertragen oder aushalten. Man wirtschaftet also gerade an der Grenze, die die Natur noch erträgt. Regeneration ist die natürliche Wiederherstellung oder Neuentstehung. Ist Nachhaltigkeit also das Vermeiden von Verschlechterung und der Erhalt des Status Quo, so ist Regeneration die Verbesserung und Neuentstehung von Leben und Lebensräumen.

Die regenerative Landwirtschaft ist ein ganzheitlicher Ansatz, der im Ergebnis die Artenvielfalt erhöht, Humus aufbaut und die natürlichen Kreisläufe stärkt. Zentraler Bestandteil des Systems ist die Speicherung von CO2 im Boden und damit einhergehend Humusaufbau, Verbesserung des Bodenlebens und gesteigertes Wasserhaltevermögen. Durch die Gesundung der Böden schaffen wir die Voraussetzung für widerstandsfähige und gesunde Pflanzen und Tiere und letztlich auch für gesunde Menschen. Wichtige Werkzeuge sind die Integration von Bäumen, das holistische Weidemanagement, Keyline-Design sowie der Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel. 

Regenerative Landwirtschaft
Mob Grazing

Im Deutschen am ehesten mit Weiderotation übersetzbar, beschreibt Mob Grazing ein System der Beweidung, das den großen Wiederkäuerherden der Vergangenheit nachempfunden ist. Unter ständigem Raubtierdruck bewegten sich die großen Herden ununterbrochen durchs Land. Dabei verwerteten sie alle vorhandenen Pflanzen gleichermaßen und hinterließen große Mengen an Dünger. Danach hatte das Land eine lange Ruhephase zur Regeneration, bevor die Herden das nächste Mal durchzogen. 

Diese Verhaltensweisen machen wir uns zu Nutze und beweiden die Wiesen ziemlich intensiv, dafür aber nur sehr kurz, d.h. maximal drei Tage auf einer Fläche. Entscheidend sind eine kurze Beweidungsdauer und vor allem eine lange Regenerationsphase. Wird eine Graspflanze abgefressen, braucht sie ungefähr 3-4 Tage, um aus ihrem Wurzelvorrat einen neuen Trieb zu bilden, mit dem sie dann wieder Photosynthese betreiben kann. Verbleiben die Tiere länger auf der Fläche, fressen sie die neuen, süßen Triebe zuerst und schwächen so die Pflanze. Entscheidend ist die Erholungsphase, um den Gräsern genug Zeit zu geben, sich wieder zu regenerieren und weiter zu wachsen, bevor die nächste Nutzung erfolgt. Durch das ständige Wechseln der Weide vermeidet man auch eine Überdüngung und hat einen deutlich verringerten Parasitendruck. Durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Tierarten - Hühner, Hähnchen und Rinder - werden diese positiven Aspekte noch verstärkt. 

Wir setzen auf eine lokal-regionale Wertschöpfungskette. Dies beginnt beim Kauf der Junghennen und Küken, setzt sich fort beim Zukauf von Futter und Stroh, dem kurzen Weg der Tiere zum Schlachten und endet bei der direkten Vermarktung an unsere Kunden. Durch den Verzicht auf Zwischenhändler und lange Lieferketten, weiß der Kunde genau wo sein Essen herkommt. Der Landwirt bestreitet die gesamte Wertschöpfung und kann so, auch als kleiner Betrieb, unabhängig vom Preisdumping des Lebensmitteleinzelhandels und großer Konzerne, ökonomisch wirtschaften. 

Regionalität und Direktvermarktung 
Agroforst

Unter Agroforst versteht man die Integration von Hecken, Sträuchern und Bäumen in die  landwirtschaftliche Produktion. Dieses System ist nicht neu, nur etwas in Vergessenheit geraten bzw. verdrängt worden. Bekanntestes Beispiel sind die Streuobstwiesen: Obstbäume stehen auf Wiesen und Weiden und werden zur Obstgewinnung genutzt; die Rinder oder Schafe genießen den Schatten der Bäume. Dies ist nur eine Möglichkeit eines Agroforstsystems. Neben der Obstnutzung ist das Erzeugen von Wert- und/oder Energieholz ein wichtiger Aspekt. Die Bäume können sowohl als Einzelbäume oder auch in Reihen oder Clustern auf den Flächen stehen. Wichtige Vorteile sind Wind- und Erosionsschutz, das Schaffen von Lebensräumen für Nützlinge sowie der gesteigerte wirtschaftliche Nutzen der Flächen. 

Wir sind überzeugt, dass zu einer regenerativen, aufbauenden Landwirtschaft die Tierhaltung dazugehört. Grasende Tiere auf Grünland sind in unseren Augen die besten Sonnenenergieumwandler. Das für Menschen nicht direkt verwertbare Gras wird durch die Tiere zu einem hochwertigen, nährstoffreichen und gesunden Lebensmittel. Gleichzeitig stellen die Weidetiere ihre wertvollen Hinterlassenschaften direkt den Pflanzen und dem Bodenleben wieder zur Verfügung. 

Auch andere Wertstoffe versuchen wir bestmöglich und hofeigen zu verwerten. Deshalb gibt es ein kleines Hof-Sägewerk auf dem Stammholz zu Brettern, Bohlen und Balken verarbeitet wird. Damit bauen wir beispielsweise Hähnchenställe, eine Maschinenhalle oder ersetzen Dachsparren in der Scheune.  Das Sägemehl fungiert als Einstreu für die Küken. Der kompostierte Hähnchenmist wird wiederum verwendet, um die Obstbäume zu düngen. So kann dem wertlosen, vom Borkenkäfer geschädigtem Holz wieder ein Wert zurückgegeben werden. Es fühlt sich für uns richtig an, die Arbeit der vorangegangenen Generationen zu würdigen. 

Kreisläufe
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Transparenz

Wir verfolgen eine sogenannte open-door-policy, d.h. unsere Türen sind immer offen für Besucher und interessierte Kunden, die sich selbst ein Bild von den Haltungsformen, den Tieren und den Abläufen machen wollen. Da immer was los ist, freuen wir uns, wenn Ihr Euch vorher telefonisch meldet und wir uns Zeit für Euch nehmen können.

 
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